Vegetation
Sehr ansehnlich, diese blinden Passagiere. Mit den großen Erzfrachtern aus aller Welt landeten kleine Samenkörner im Eisenhüttenwerk. Längst haben sie Wurzeln geschlagen und treiben bunte Blüten. Frisches Grün macht die Hütte zum Naturpark. Auf der „Reliefharfe“, die als Gleisweg zwischen Erzbunker und Sinteranlage diente, spielt Mutter Natur mit den Farben. Amsel, Drossel, Fink und Star zwitschern dazu. Sie können dabei zuhören: auf dem Spielplatz „Nest und Ei“. Ein paar Schritte weiter lauert die „Wildnis“, ein urwüchsiges Stück Urwald mitten im Großstadtdschungel. Offen für Spaziergänger, geschlossen für jede Art von Hektik.

In einer Geländemulde zwischen den Resten einer ehemals bewohnten Straße und einem Bahndamm liegt die sogenannte Wildnis.
Ursprünglich befanden sich hier Gärten, die jedoch durch den Bau der Autobahnen 42 und 59 von den Wohngebieten abgeschnitten wurden. Nach dem Abriss der Gartenhäuser blieb unzugängliches Gelände als Flächenreserve des damals noch in Betrieb befindlichen Hüttenwerks lange Zeit sich selbst überlassen. Es verwilderte, und mit der Zeit entstand ein dichtes, undurchdringliches Wäldchen.
Die Wildnis durchlief somit bereits vor der Stilllegung des Hüttenwerks eine weitgehend ungestörte Entwicklung und befindet sich in einem für den Landschaftspark ungewöhnlich weiten Sukzessionsstadium.
Auch nach der Stilllegung des Hüttenwerks konnte sich die „Wildnis“ völlig ungestört zu einem der wertvollsten Biotope des Landschaftsparks weiterentwickeln.
Im dichten Bewuchs aus Schwarzem Holunder, Eingriffeligem Weißdorn, Weiden und Brombeeren leben und brüten heute zahlreiche Vogelarten wie die Garten- und Mönchsgrasmücke, die Weiden- und Kohlmeise, die Heckenbraunelle, Fitis, Zilpzalp, Gelbspötter und Schafstelze. Selbst der Gesang der Nachtigall wurde hier schon gehört.
Um den Tieren auch weiterhin einen ungestörten Lebens- und Rückzugsraum zu bieten, hat in der „Wildnis“ die Natur Vorrang vor der Erholungsnutzung.
Deshalb soll das dicht bewachsene Gelände von den Besuchern nicht betreten werden.
