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Hochofen 5

Seine kurze Geschichte

Besteigt man heute als Besucher den Hochofen 5, ist es kaum vorstellbar, dass dieses riesige Industriebauwerk 1985 noch aktiv war. Erst im Jahr 1973 hatte er seinen Betrieb aufgenommen und erfüllte mit seinem modernen Kühlsystem und seinen Winderhitzern strenge Umweltschutzauflagen.

Doch die Stahlquoten-Beschlüsse der EG waren der Grund für seine Stilllegung. Am 4.April 1985, nach 82 Jahren bewegter Industriegeschichte, wurde der Betrieb des gesamten Meidericher Hüttenwerkes eingestellt. Der Hochofen 5 blieb „besenrein und wiederanblasefähig“ zurück. Dank massiver Bürgerproteste wurde die Anlage nicht abgerissen, sondern wegen ihres hohen Denkmalwertes erhalten. So kann der Hüttenbetrieb heute als „lebendiges” Industriedenkmal von der Bevölkerung genutzt werden. Als begehbarer Aussichtsturm steht der Hochofen 5 im Zentrum des Interesses der Parkbesucher.

Blick von oben in das Gerüst des Hochofens fünf, vorbei an den gigantischen Gichtgasleitungen.

Die Funktionsweise

Im oberen Teil des Hochofens befindet sich die Gichtbühne. Hier wird die "Gicht", ein Beschickungsmaterial, das aus Koks und Mitteln zur Erzreduktion besteht, eingebracht. Darüber hinaus wird auch der „Möller“ hinzugefügt, der aus den eisenhaltigen Erzen und einigen Zuschlagstoffen besteht.

Diese Zuschlagstoffe, wie Kalkstein oder Dolomit verbinden sich chemisch mit Bestandteilen der Erze, die nicht schmelzbar sind. Koks und Möllergut fallen durch den Ofenverschluss in den "Schacht", der ein Volumen von rund 700 Kubikmeter hat. Hier herrschen mit 100 Grad Celsius Temperaturen, die vergleichsweise gering sind. Allmählich wandert die Masse nach unten zum "Kohlensack". Hier ist der Durchmesser am größten und es wird zunehmend wärmer. Etwas unterhalb des Kohlensacks gelangt das Material in die „Rast“ und später in die "Blasformebene". Hier herrscht die größte Hitze vor, denn durch wassergekühlte Winddüsen, die sogenannten "Blasformen", wird Luft eingeblasen. Der Koks verbrennt und es entstehen Temperaturen von 1.700 bis 2.000 Grad Celsius. Alle 2 1⁄2 Stunden sammelt sich im "Gestell" eine Blase mit rund 150 Tonnen Roheisen. Es folgt der Abstich, bei dem diese Masse an heißem und flüssigem Roheisen durch das Stichloch ausfließt. Durch die Rinnen im Formsand läuft das Roheisen in die "Torpedowagen", die es dann zum Stahlwerk befördern.

Schematische Darstellung der Funktionsweise eines Hochofens

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